DIN EN 131 Leiternorm – Einfach erklärt

DIN EN 131 - Die Leiternorm einfach erklärt

Die Teile 1 bis 4 der DIN EN 131 regeln die wichtigsten Aspekte für tragbare Leitern im beruflichen oder privaten Gebrauch. Die Norm für Leitern wurde seit 2018 nach und nach überarbeitet. Aktuell wurde im Mai 2020 der neue Teil 4 veröffentlicht. Weitere Teile sind derzeit seitens CEN (Europäisches Komitee für Normung) in Überarbeitung.

DIN EN 131 Teil 1 – Benennungen, Bauarten, Funktionsmaße

Erhöhte Standbreite und Traverse sind die wesentlichen Änderungen dieser Fassung.
Leitern ab 3 Meter Länge müssen mit einer Stand-Verbreiterung oder Traverse ausgestattet sein, wenn sie auch als Anlegeleiter genutzt werden können. Diese gilt auch für Multifunktionsleitern.
Die Breite b2 der Stabilisierungseinrichtung ist abhängig von der Länge der Leiter. Sie berechnet sich nach der Formel
Länge Standverbreiterung = (0,1 x Leiternlänge) + Breite der Leiter
Die maximale Breite der Traverse ist auf 1,2 m begrenzt.

Traversenleitern und ihre Typen

Bei mehrteiligen Leitern wie Schiebe- oder Mehrzweckleitern, ist eine Auszugssperre vorzusehen, sodass die Leiternteile nicht mehr voneinander getrennt und einzeln verwendet werden können.
Dies gilt, sofern die Einzelteile länger sind als 3 Meter. 

Auswirkungen DIN EN 131 Teil 1 für den Anwender

Wenn die Leiter durch andere geeignete Maßnahmen wie Gurte oder Einhängehaken abgesichert wird, kann auf den Einsatz einer Traverse verzichtet werden.

Ältere Leitern ohne Traverse haben Bestands-Schutz. Das heißt, sie müssen nicht zwingend mit einer Traverse nachgerüstet werden. Jedoch ist anhand einer Gefährdungsbeurteilung abzuwägen, ob ohne Standverbreiterung hinreichende Sicherheit gegen Wegkippen gewährleistet ist (siehe Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV). Die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) empfiehlt die Nachrüstung älterer Leitern mit einer Standverbreiterung. Auch ältere BAVARIA-Leitern werden mit Nachrüst-Traversen sehr einfach auf den Stand der Technik gebracht. Es sind bei MAUDERER außerdem klappbare Standverbreiterungen erhältlich. Dies vereinfacht Transport und Handling.

Traversen Typen BAVARIA Leitern - Starr und Klappbar
links: fixe Traverse / rechts Klapp-Traverse für Leitern

Eine Leiter ohne Traverse kann auch durch andere geeignete Maßnahmen, wie beispielsweise Einhängehaken oder Zurrgurt, gegen Umfallen abgesichert werden. In diesem Fall ist davon auszugehen, dass gleichwertige Sicherheit gegen Kippen gewährleistet ist.


DIN EN 131 Teil 2 - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung

Erhöhte Anforderungen an Belastungs- und Funktionstests sind die wesentlichen Neuerungen. Es wird beschrieben, wie eine Leiter zu prüfen ist und welche Anforderungen an die Festigkeit und Durchbiegung einzuhalten sind. Haushaltsleitern müssen demnach reduzierte Anforderungen erfüllen. Für Stehleitern ist neben der Festigkeitsprüfung in Gebrauchsstellung auch ein dynamischer Belastungstest durchzuführen. Dieser Dauerhaltbarkeits-Nachweis (Stampftest mit 50.000 Lastzyklen für professionellen Einsatz) soll die Mindest-Lebensdauer einer Leiter simulieren. Die Rutschfestigkeit der Leitern-Füße ist durch eine entsprechende Rutschprüfung nachzuweisen. Darüber hinaus werden für Stehleitern sowie für Anlegeleitern die Anforderungen an eine Torsionsprüfung (Nachweise der Steifigkeit gegen Verdrehen bzw. Verwindung) beschrieben. Auch die Festigkeit von Stabilisierungseinrichtungen (Stützen) und von Spreizsicherungen muss nachgewiesen werden.

Auswirkungen DIN EN 131 Teil 2 für den Anwender

Neu ist die Unterscheidung zwischen privatem und beruflichem Einsatz. Alle Leitern sind dementsprechend zu kennzeichnen. Gewerbliche Anwender müssen darauf achten, dass sie ausschließlich Leitern „für den beruflichen Gebrauch“ verwenden.

BAVARIA Leitern entsprechen den strengen Vorgaben für beruflichen Gebrauch und können daher sowohl privat als auch gewerblich eingesetzt werden.

Piktogramme Beruflicher Gebrauch (professional)
Beruflicher Gebrauch (professional)

DIN EN 131 Teil 3 - Kennzeichnung und Gebrauchsanleitungen

Benutzer-Anleitungen müssen in gedruckter Form zusammen mit den Leitern ausgeliefert werden. Im dritten Teil der Leiternorm wird auch der Inhalt der Gebrauchsanleitung geregelt. So ist hier beispielsweise zu beschreiben, wie eine Leiter zu prüfen ist. Angaben zu Wartung, Montage, Verwendungs-Möglichkeiten und Lagerung sind zu erstellen.

Auch die Sicherheitshinweise auf den Leitern in Form von Piktogrammen sind geregelt.

Die Piktogramme entsprechen jetzt  den internationalen ISO-Ausführungen.
Erläuterungen zu den Piktogrammen finden Sie hier

Auswirkungen DIN EN 131 Teil 3 für den Anwender

Der Anwender erhält detaillierte Information zum sicheren Gebrauch des Produkts. Durch die Wartungs- und Prüfhinweise ist er in der Lage, die Leiter stets in einem gebrauchssicheren Zustand zu erhalten und gefährliche Anwendungen zu vermeiden.


NEU: DIN EN 131 Teil 4 - Ein- oder Mehrgelenkleitern

Dieser Teil gilt seit Oktober 2020 ist speziell für Leitern mit Sonderbauform wie Teleskopleitern oder Mehrgelenkleitern mit Arbeitsplattform. Hier werden sowohl Funktionsmaße als auch Anforderung und Prüfverfahren für diese gängigen Typen geregelt.

So sind etwa Vielzweckleitern (Sechsgelenkleitern mit 4×3 Sprossen, auch als Kofferraum-Leitern bekannt), die als Arbeitsbühne verwendet werden können, inklusive passender rutschfester Plattform auszuliefern. Dies ist beim BAVARIA-Behelfsgerüst ohnehin bereits der Fall.

BAVARIA Sechsgelenkleiter 981-6 als Behelfsgerüst
Auch Teleskopleitern müssen mit einer Standverbreiterung ausgestattet sein, wenn sie in Anlegeposition länger als 3m ausgefahren werden können.

Auswirkungen DIN EN 131 Teil 4 für den Anwender

Auch für Teleskopleitern, die in der Praxis meist in Steh-Position verwendet werden, ist künftig ab 3m Länge eine Standverbreiterung nötig, wenn die Leiter in Anlegeposition eingesetzt wird. Dies betrifft alle Bauarten ab der Größe 4x4 Sprossen. BAVARIA Teleskopleitern sind daher seit einigen Jahren auch in einer Ausführung mit kompakter Klapp-Traverse erhältlich, die vollumfänglich der aktualisierten Norm entspricht. Außerdem kann dieser Typ durch die gerade Ausführung des oberen Leiternteils auch in Anlege-Position als Überstieg beispielsweise auf eine höhergelegene Ebene genutzt werden.

Teleskopleitern
links: 985 klassisch in beidseitig geschweifter Ausführung. rechts: 985 KST mit Klapp-Traverse

Auch die klassische geschweifte Leiter ist nach wie vor erhältlich. Wird sie in Anlege-Position verwendet, ist sie jedoch gegen seitliches Wegrutschen abzusichern. Dies kann beispielsweise mit einem Zurrgurt erfolgen. Alternativ werden klappbare Standverbreiterungen zum Nachrüsten eingesetzt. Damit werden auch klassische geschweifte Teleskopleitern auf den Stand der aktuellen DIN EN 131-4 gebracht.
Darüber hinaus ist ein Überstieg von der Leiter (beispielsweise auf ein Dach) bei dieser Ausführung nicht erlaubt.
Auch hier ist auf die Unterscheidung zwischen beruflichem und privatem Einsatz zu achten.

Upgrade nach DIN EN 131-4: Standverbreiterung für geschweifte Teleskopleitern
Teleskopleiter nach DIN EN 131-4 als Treppenleiter
Teleskopleiter nach DIN EN 131-4 als Stehleiter
Teleskopleiter nach DIN EN 131-4 als Anlegeleiter
Teleskopleiter nach DIN EN 131-4 als Anlegeleiter zum Überstieg

FAQs - Häufig gestellte Fragen zur Leiterorm DIN EN 131 Teil 1-4

Welche Auswirkung hat die neue Norm für Leitern für Sicherheitsbeauftragte?

Gemäß DIN EN 131 Teil 1 müssen Anlegeleitern und Mehrzweckleitern, die in Anlegeposition verwendet werden, ab einer Länge von 3 Metern mit einer Standverbreiterung (Traverse) ausgestattet sein. Alte Leitern müssen zwar nicht zwangsläufig nachgerüstet werden. Jedoch ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung der sichere Stand der Leiter zu gewährleisten. Wenn die Leiter nicht durch andere Maßnahmen gegen seitliches Wegrutschen abgesichert ist, so ist die Nachrüstung mit einer Traverse zu empfehlen. Für BAVARIA Leitern ist übrigens eine praktische klappbare Traverse verfügbar. Diese sorgt für die optimale Kombination aus  Standsicherheit und Kompaktheit der Leiter.

Des weiteren ist bei gewerblicher Anwendung von Leitern darauf zu achten, dass Leitern die Kennzeichnung für beruflichen Gebrauch ausweisen.

Welche Auswirkung hat die neue Leiternorm für gewerbliche Anwender und Produktionsverantwortliche?

Gewerbliche Anwender und Produktionsverantwortliche müssen anhand einer Gefährdungsbeurteilung prüfen, wie Anlegeleitern und Mehrzweckleitern gegen seitliches Wegrutschen abgesichert werden. Insbesondere Altbestände sind dementsprechend zu überprüfen. Um die neue DIN EN 131 Teil 1 einzuhalten ist ab einer Länge von 3 Metern eine Traverse (Standverbreiterung) nötig. BAVARIA Leitern können einfach mit starren oder klappbaren Nachrüsttraversen aufgerüstet werden. Dies gilt übrigens gemäß des Teil 4 der DIN EN 131 auch für Teleskopleitern in geschweifter (konischer) Ausführung. MAUDERER bietet hierfür klappbare und höhenverstellbare Standfüße zum Nachrüsten.

Neue Leitern müssen grundsätzlich mit einer Benutzeranleitung ausgeliefert werden, die eine sichere Verwendung der Leiter beschreibt. Piktogramme auf der Leiter geben anhand einer einfachen Symbolik Hinweise auf den sicheren Einsatz.

Keinesfalls dürfen Leitern für den privaten Gebrauch eingesetzt werden. Auf die entsprechende Kennzeichnung für gewerblichen Einsatz ist zu achten.

Welche Auswirkung hat die DIN EN 131 für den Handel?

Leitern, die vor dem verbindlichen Umsetzungstermin der neuen Norm produziert wurden haben Bestandsschutz. Sie können also noch abverkauft werden. Das Herstelldatum ist auf der Leiter vermerkt. Gleichzeitig können Nachrüst-Traversen und klappbare Standverbreiterungen als sinnvolles Sicherheitszubehör verkauft werden. Denn  Nutzer der Leitern müssen anhand einer Gefährdungsbeurteilung den sicheren Stand der Leiter nachweisen. Da dieser bei Anlegeleitern, die länger als 3 Meter sind, den "Stand der Technik" darstellen, ist eine entsprechende Nachrüstung für die Anwender durchaus sinnvoll. Händler sollten darauf achten, dass an gewerbliche Kunden ausschließlich Leitern mit entsprechender Kennzeichnung verkauft werden.

Die einzelnen Normteile sind ab folgenden Terminen verbindlich:

DIN EN 131 Teil 1: Januar 2018 - Dieser Teil sieht ab 3 Meter Länge die Ausstattung mit einer Standverbreiterunng vor.
DIN EN 131 Teil 2: Januar 2018 - Dieser Teil definiert die Prüfvorschriften für Hersteller von Leitern sowie die Klassifizierung in beruflicher und privater Gebrauch.
DIN EN 131 Teil 3: September 2018 - Dieser Teil schreibt die Auslieferung von Leitern mit entsprechender gedruckter Benutzerinformation, Gebrauchs- und Bedienungsanleitungen.
DIN EN 131 Teil 4: Oktober 2020 - Dieser Teil geht speziell auf Mehrgelenkleitern (Teleskopleiter, Kofferraumleiter etc.) ein und definiert u.a. die Prüfvorschriften sowie den Einsatz von Standverbreiterungen. Auch bei Mehrgelenkleitern ist eine  Kennzeichnung für beruflichen Einsatz nötig.

Piktogramme Beruflicher Gebrauch (professional)
Beruflicher Gebrauch (professional)

Weitere Normen und Richtlinien für Leitern und Tritte sowie Fahrgerüste

DIN EN 131-5 Zubehör für Leitern

Der fünfte Normteil befindet sich aktuell in der Erstellung. Aufgrund der Vielfalt an Zubehör ist nicht mit einer baldigen Veröffentlichung dieses Normteils zu rechnen.

DIN EN 131-6: Teleskopleitern

Dieser Teil befasst sich nicht mit den im deutschsprachigen Bereich als klassische Teleskopleiter bezeichnete Bauform, die eine  höhenverstellbare Kombination aus Anlegeleiter und Stehleiter ist (häufig auch als Treppenhausleiter bezeichnet). Diese wird in der DIN EN 131 Teil 4  abgehandelt.
Vielmehr sind kompakte Leitern mit teleskopierbaren ineinanderlaufenden Holmen gemeint (meist als Rundholme ausgeführt). Sie sind mit Stufen oder Sprossen ausgestattet . Es werden funktionale Ausführungsmerkmale sowie die erforderlichen Produktprüfungen geregelt. Darüber hinaus wird auf die Kennzeichnung und Gebrauchsanweisung eingegangen.
Es werden allgemeine Konstruktionsmerkmale, Anforderungen, Prüfverfahren und Begriffe für Teleskopleitern zur Verwendung als Anlegeleitern und Stehleitern definiert. Anders als in der DIN EN 131-6:2015-05 ist die Festigkeitsprüfungen nun in Gebrauchsstellung durchzuführen. Die vollständige Leiter ist einer Dauerhaltbarkeitsprüfung sowie einer asymmetrischen Biegeprüfung zu unterziehen. Die Anforderungen wurden ausführlicher dargestellt und an die Normenreihe EN 131 angepasst. Für diese Norm ist das DIN-Gremium NA 042-04-20 AA "Spiegelausschuss zu CEN/TC 93 Leitern" zuständig.

DIN EN 131-7: Mobile Podestleitern

Mobile Podestleitern sind oftmals als  leichte Plattformleiter ausgeführt. Diese bekannte Bauart ist eine Kombination aus Leiter und Arbeitsplattform. Es handelt sich um mobile Leitern mit einem Arbeitspodest mit einer maximalen Fläche von 1 Quadratmeter und einer maximalen Höhe von 5 m. Sie darf durch eine Person benutzt werden und ist auf  150 kg Höchstbelastung ausgelegt.Durch ein Geländer ist sie für besonders sicheres Arbeiten in der Höhe geeignet. Neben funktionalen Anforderungen werden auch die Prüfungen definiert, die in weiten Teilen auf den Normteil DIN EN 131-2 verweisen und sinnvolle Zusatzprüfungen für die Plattform und die Schutzvorrichtungen regeln.
Ausgeschlossen sind tragbare Leitern für die Verwendung bei der Feuerwehr nach DIN EN 1147, für Bodentreppen nach DIN EN 14975, für Tritte nach DIN EN 14183, für Zugänge zu maschinellen Anlagen nach DIN EN ISO 14122-3 und für isolierende Leitern nach DIN EN 50528. Für diese Norm ist das Gremium NA 042-04-20 AA "Spiegelausschuss zu CEN/TC 93 Leitern" im DIN zuständig.

EN 131-8 Leitern mit separater Plattform

Das Produkt besteht im Wesentlichen aus einer zwischen zwei Leitern eingehängten Bühne bzw. Plattform.  Sie ähnelt einem leichtem Rollgerüst.
Die Höhe der Plattform ist auf 1 m in Gebrauchsstellung begrenzt. Die Plattform darf durch maximal eine Person genutzt werden.  Das zuständige DIN-Gremium ist der NA 042-04-20 AA "Spiegelausschuss zu CEN/TC 93 Leitern" im Normenausschuss Holzwirtschaft und Möbel (NHM).
Dieses vor allem im privaten Bereich eingesetzte Minigerüst wird aktuell in den zuständigen Gremien diskutiert. Mit einer baldigen Veröffentlichung dieses Normteils ist nicht zu rechnen.


Leitern für den besonderen beruflichen Gebrauch (DIN 4567)

Diese teilweise noch im Entwurf befindliche Norm regelt folgende Sonderbauformen von Leitern:

 

Obstbaumleitern aus Holz und Aluminium (DIN 4567 Teil 1)

Diese Norm gilt für Leitern, die bei Ernte-, Kontroll- und Pflegearbeiten an Bäumen eingesetzt werden. Sie werden an Obstbäumen, auf gewachsenem Boden eingesetzt. Es handelt sich um  ortsveränderliche ein- und mehrteilige Leitern für den besonderen beruflichen Gebrauch. Für allle anderen tragbaren Leitern gilt dagegen DIN EN 131-1. Diese Norm vereinheitlicht die bisherigen DIN 68361 und DIN 68363 zu Obstbaumleitern und die DIN 4567 über Bemessungsgrundlagen. Die Inhalte der DIN 4567-1 orientieren sich weitgehend an den Normen DIN EN 131-1 zu Funktionsmaßen, an DIN EN 131-2 zu Prüfungen und Anforderungen sowie an DIN EN 131-3 zur Kennzeichnung. Das zuständige DIN-Gremium ist der NA 042-04-20 AA "Spiegelausschuss zu CEN/TC 93 Leitern" im Normenausschuss Holzwirtschaft und Möbel (NHM).

Glasreinigerleitern (DIN 4567-2:2019-12)

Dieser Teil ist aktuell zurückgezogen. Er wird speziell für Glasreinigerleitern die Anforderungen und Prüfverfahren definieren. Glasreinigerleitern sind Leitern für den besonderen beruflichen Gebrauch. Sie fallen im Anwendungsbereich nicht unter die DIN EN 1311. Sie wird zusammen mit DIN EN 4567-1 für Obstbaumleitern die DIN 4567:1998 08 ersetzen. In einer neuen Normenreihe DIN 4567 bildet DIN 4567-1 einen eigenen Normteil für Glasreinigerleiter. Die Norm wird sich bezüglich Anforderungen und Prüfungen weitgehend an DIN EN 131-1 und DIN EN 131-2 orientieren. Das zuständige DIN-Gremium ist der NA 042-04-20 AA "Spiegelausschuss zu CEN/TC 93 Leitern" im Normenausschuss Holzwirtschaft und Möbel (NHM).

Bauleitern (DIN 4567 Teil 3)

Bauleitern sind besonders robuste Anlegeleitern für den besonderen beruflichen Gebrauch. Sie werden ausschließlich  als Verkehrsweg auf Baustellen eingesetzt.  In der DIN 4567 Teil 3 sind Anforderungen und Prüfverfahren für Bauleitern festgelegt. Sie fallen nicht in den Anwendungsbereich der DIN EN 131-1. Die Inhalte bezüglich Anforderungen und Prüfungen orientieren sich  jedoch weitgehend an DIN EN 131-1 und DIN EN 131-2. Das zuständige DIN-Gremium ist der NA 042-04-20 AA "Spiegelausschuss zu CEN/TC 93 Leitern" im Normenausschuss Holzwirtschaft und Möbel (NHM).

Dachauflegeleiter (DIN 4567 Teil 4)

Dachauflegeleitern werden temporär verwendet und sind nicht fest mit dem Dach verbunden. Zur Befestigung auf dem Dach werden sie zum Beispiel in geeignete Dachhaken eingehängt. Alternativ kommen Firstbügel zum Einsatz. Sie werden oftmals mit Dachleitern verwechselt, welche aber in einer anderen Norm, der DIN EN 12951 geregelt werden.  Sie werden oft auch als Dachdeckerleiter bezeichnet, teils sogar als Kaminkehrerleiter.  Dachauflegeleitern sind nicht zum dauerhaften Verbleib auf dem Dach vorgesehen. Als Leitern für den besonderen beruflichen Gebrauch sind sie im Anwendungsbereich der DIN EN 131-1 ausgenommen. Die DIN 4567-4 orientiert sich bezüglich der Anforderungen und Prüfungen jedoch weitgehend an der DIN EN 131-1 und DIN EN 131-2. Das zuständige DIN-Gremium ist der NA 042-04-20 AA "Spiegelausschuss zu CEN/TC 93 Leitern" im DIN-Normenausschuss Holzwirtschaft und Möbel (NHM).


DIN EN 14183 Tritte

Tritte sind in dieser einteiligen Norm geregelt fest. Geregelt werden Maße, technische Merkmale, Werkstoffe, Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit sowie Prüfverfahren und die Definition des Nutzungsbereichs.

DIN EN 1004 Fahrbare Arbeitsbühnen aus vorgefertigten Bauteilen

Fahrbare Arbeitsbühnen, auch Rollgerüste oder Fahrgerüste genannt, werden in dieser einteiligen Norm geregelt. Rollgerüste bestehen aus vorgefertigten Bauteilen – hier werden die Anforderungen betreffend Maße, Werkstoffe, Lasten sowie sicherheitstechnische Anforderungen.

DIN EN ISO 14122 Sicherheit von Maschinen

Die Maschinenrichtlinie besteht aus vier Teilen. Die Norm regelt die Sicherheit von Maschinen, ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen. Der ortsfeste Zugang zwischen zwei Ebenen wird für die Ausführung als Arbeitsbühne und Laufsteg, Treppe, Treppenleiter und Geländer sowie ortsfeste Steigleiter ausgeführt.
Laufstege, Arbeitsbühnen, Rampen, Treppen, Treppenleitern, Geländer und Steigleitern an maschinellen Anlagen werden in der Norm beschrieben.
Mauderer Containertreppen sind unter anderem auf Basis dieser Norm ausgelegt.

DIN 14094-1 Feuerwehrwesen - Notleiteranlagen

Diese Norm betrifft Rettungswege. Notleiteranlagen sind bauliche Anlagen, über die Menschen im Gefahrenfall gerettet werden. Ergänzt wird diese Norm durch die Regelungen der DIN 18799-1 für Ortsfeste Leitern an baulichen Anlagen für Wartungs- und Reinigungsarbeiten.

ArbSchG – Arbeitsschutzgesetz

Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit.
Ziel des Gesetzes ist es, die Gesundheit aller Beschäftigten durch Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu sichern und zu verbessern.

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)

Verordnung über Arbeitsstätten
Die Verordnung definiert Mindestvorschriften für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von Beschäftigten beim Einrichten und Betreiben von Baustellen und Arbeitsstätten.
Sie hilft, Beschäftigte auf Baustellen bzw. Arbeitsstätten zu schützen und Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten vorzubeugen. Darüber hinaus dient sie der menschengerechten Gestaltung der Arbeit.

 

BetrSichV – Betriebssicherheitsverordnung

Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz vor der Verwendung von Arbeitsmitteln.
Diese Verordnung regelt in Deutschland die Bereitstellung von Arbeitsmitteln durch den Arbeitgeber. Darüber hinaus ist die Benutzung von Arbeitsmitteln durch die Beschäftigten bei der Arbeit geregelt sowie die Errichtung und den Betrieb von überwachungsbedürftigen Anlagen im Sinne des Arbeitsschutzes. Sie definiert Schutzkonzepte für Gefahren, die von Arbeitsmitteln ausgehen.

 

Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten (DGUV Information 208-016)

Die frühere BGI 694  befindet sich derzeit in Überarbeitung. Sie wendet sich hauptsächlich an Unternehmer, die tragbare Leitern und Tritte für ihre Beschäftigten bereitstellen oder selbst benutzen. Es geht um die sichere Bereitstellung und Nutzung von Leitern und Tritten. Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung wird ermittelt, ob nicht ein anderes Arbeitsmittel wie Gerüste oder Hubarbeitsbühnen für eine geplante Tätigkeit sicherer ist.
Bei der Auswahl der geeigneten Zugänge zu hoch gelegenen Arbeitsplätzen sind zu berücksichtigen:
– der zu überwindende Höhenunterschied,
– die Dauer und Häufigkeit der Benutzung,
– die Fluchtmöglichkeit bei drohender Gefahr und
– umfangreiche Werkzeug- und Materialtransporte

 

Technische Regeln für Arbeitsstätten - Verkehrswege - (ASR A1.8)

Diese Regeln gelten für das Einrichten und Betreiben von Verkehrswegen und Fluchtwegen sowie für Treppen, ortsfesten Steigleitern und Steigeisengänge, Laderampen sowie Fahrsteige und Fahrtreppen.

 

Technische Regel für Betriebssicherheit (TRBS 2121 Gefährdungen von Personen durch Absturz)

Die technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) geben den Stand der Technik, der Arbeitsmedizin und Hygiene entsprechende Regeln und sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse für
    die Bereitstellung der Arbeitsmittel,
    die Benutzung von Arbeitsmitteln und
    den Betrieb von überwachungsbedürftigen Anlagen wieder.
Gefährdung von Personen durch Absturz (Allgemeine Anforderungen) werden in der TRBS 2121 geregelt. Hierbei sind die Teile 1 und 2 wesentlich:
TRBS 2121 Teil 1 Gefährdung von Beschäftigten durch Absturz bei der Verwendung von Gerüsten
TRBS 2121 Teil 2 Gefährdung von Beschäftigten bei der Verwendung von Leitern

 

Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten (DGUV Information 208-016)

Die frühere BGI 694 wendet sich hauptsächlich an Unternehmer, die tragbare Leitern und Tritte für ihre Beschäftigten bereitstellen oder selbst benutzen. Es geht um die sichere Bereitstellung und Nutzung von Leitern und Tritten. Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung wird ermittelt, ob nicht ein anderes Arbeitsmittel wie Gerüste oder Hubarbeitsbühnen für eine geplante Tätigkeit sicherer ist.
Bei der Auswahl der geeigneten Zugänge zu hoch gelegenen Arbeitsplätzen sind zu
berücksichtigen:
– der zu überwindende Höhenunterschied,
– die Dauer und Häufigkeit der Benutzung,
– die Fluchtmöglichkeit bei drohender Gefahr und
– umfangreiche Werkzeug- und Materialtransporte

Aktuell befindet sich das Regelwerk in Überarbeitung.

 

Auswahl und Benutzung von Steigleitern (DGUV Information 208-032)

Die bisherige BGI/GUV-I 5189 regelt die Besonderheiten beim Umgang mit ortsfesten Steigleitern. Es wird auf die Bauarten, wie Steigleitern für bauliche Anlagen, Notleiteranlagen, Schächte sowie maschinelle Anlagen eingegangen. Auch die regelmäßige Prüfung durch Sachkundige weist Besonderheiten auf, die bei der Leiterprüfung zu berücksichtigen ist. Der Anhang beschäftigt sich mit Beispielen zu Rettungskonzepten.



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